Kostbare Artenvielfalt am Eichkogel
Der Mödlinger Eichkogel ist eine einzigartige Naturlandschaft. In ganz Mitteleuropa findet sich kaum ein Gebiet, in dem so viele seltene Tierarten und Pflanzen auf engem Raum ein zu Hause gefunden haben. Das bestätigte auch Dr. Karl Mazzucco, wissenschaftliches Mitglied des Eichkogelkreises, anlässlich einer Begehung des Eichkogels am 9. Jänner gemeinsam mit Naturschützern und Vertretern der Stadtgemeinde Mödling.
„Am Eichkogel treffen aus dem Westen ozeanische und aus dem Osten pannonische Klimaeinflüsse aufeinander. Das bewirkt eine kaum zu übertreffende Artenvielfalt, die in Europa ihresgleichen sucht“, erklärte Mazzucco. Das Prekäre daran: Viele Tiere und Pflanzen leben in kleinen oft nur wenige Quadratmeter großen ökologischen Nischen. Jede Änderung in diesen begrenzten Lebensräumen kann zum Aussterben einer ganzen Art führen. Daher ist eine regelmäßige Betreuung des Naturschutzgebietes oberstes Gebot.
„Leider stellt die zuständige Naturschutzbehörde des Landes nicht ausreichend Geldmittel zur Verfügung, um alle notwenigen Maßnahmen durchführen zu können“, ist Naturschützerin Mag. Gudrun Foelsche in Sorge. Auf ihre Bitte hin wird die Stadtgemeinde Mödling nun einige Arbeiten übernehmen und mit den Mitarbeitern der Gärtnerei und des Forstes Schwendemaßnahmen an der Nordseite des Eichkogels durchführen. Durch diese gezielte Entfernung von stark wucherndem Buschwerk können sich niedrigere Pflanzen und Kleinlebewesen in ihrem Lebensraum behaupten. „Die Stadt Mödling leistet gerne und immer wieder einen Beitrag zur Erhaltung dieses Naturjuwels“, so Stadtrat DR. Leopold Lindebner. Seinen Dank richtete er an die Mitglieder des Eichkogelkreises, die - Berg-und Naturwacht sowie alle anderen ehrenamtlichen Organisationen, die viel Engagement und Freizeit zum Schutz des Eichkogels einbringen.
Dass die gebündelten Bemühungen auch Früchte tragen, konnte Dr. Karl Mazzucco an zwei schönen Beispielen bestätigen: „Seit vergangenem Jahr sind am Eichkogel vier neue Wildbienen-Arten heimisch und eine neue Schmetterlingsart entdeckt worden“. „Damit wir diese wunderbare Artenvielfalt erhalten können, müssen aber auch in Zukunft entsprechende Fördermittel zur Verfügung gestellt werden“, wünscht sich Mag. Gudrun Foelsche im Namen aller, die den Eichkogel mit seiner beeindruckenden Tier- und Pflanzenwelt ins Herz geschlossen haben.
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